Rahmenplan für Blankenburger Süden
Heinersdorf. Der Senat hat heute auf Vorlage des Senators für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler (SPD), den Rahmenplan Blankenburger Süden – Quartier Süd beschlossen. Damit wird die städtebauliche und freiraumplanerische Entwicklung des neuen Stadtquartiers im Pankower Ortsteil Heinersdorf weiter konkretisiert.
Das Quartier Süd ist Teil des
Projektverbundes Blankenburger Süden – eines der größten und
bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Berlins. Der Projektverbund
besteht aus drei Quartieren: Neben dem Quartier Süd gehören dazu
auch das Quartier Nord auf den ehemaligen Rieselfeldern in
Blankenburg mit rund 4.000 Wohnungen und das Quartier Alte Gärtnerei
mit rund 600 Wohnungen im Ortskern Heinersdorf.
Im
Quartier Süd soll auf einer Fläche von rund 57 Hektar ein
attraktives, nachhaltiges und lebenswertes Stadtquartier entstehen.
Das Plangebiet umfasst insbesondere das Gewerbegebiet Heinersdorf,
das heute teilweise brachliegt und nur eingeschränkt zugänglich
ist. Bis voraussichtlich 2037 sollen hier rund 3.500 Wohnungen,
Gewerbeflächen, Einkaufsmöglichkeiten, eine vierzügige
Grundschule, Kitas sowie ein vielfältiges Netz aus Grün- und
Freiflächen entstehen.
Geplant ist ein Quartier, das
Wohnen, Arbeiten, Bildung und Freizeit eng miteinander verbindet.
Großen Wert wird auf die Integration bestehender Natur- und
Freiraumstrukturen im Nord-Süd-Verlauf des Quartiers gelegt. So sind
der Schmöckpfuhlgraben und die angrenzenden Waldflächen wichtige
Bestandteile des künftigen Freiraumkonzeptes und sollen erhalten
werden. Auch beim Bauen selbst setzt das Quartier auf Nachhaltigkeit:
Ein Großteil der Wohngebäude soll in Holz-Modulbauweise errichtet
werden, um so CO₂-Emissionen einzusparen. Zudem orientiert sich die
Freiraumplanung konsequent an den Anforderungen des Klimawandels: Ein
blau-grünes System aus Retentions- und Versickerungsflächen wird
Niederschlagswasser vor Ort zurückhalten. Gleichzeitig sorgen neue
baumbestandene Bewegungs- und Freiflächen für Schatten und
entsprechendes Mikroklima.
Mehr
Rad- und Fußwege, weniger Autos
Darüber
hinaus wird das Quartier autoarm konzipiert: Der Umweltverbund aus
ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie Sharing-Angebote hat Vorrang vor
dem motorisierten Individualverkehr. Die inneren Wohnbereiche können
deswegen verkehrsberuhigt, weitgehend autofrei und mit hoher
Aufenthaltsqualität gestaltet werden. Zentraler Baustein der
Erschließung ist die Verlängerung der Straßenbahnlinie M2. Sie
wird das Quartier künftig direkt an das Berliner Zentrum und die
Ringbahn anbinden. Der Alexanderplatz wird in etwa 25 Minuten, der
S-Bahnhof Prenzlauer Allee in rund zwölf Minuten erreichbar sein.
Eine neue Haltestelle ist in der Quartiersmitte geplant. Die
Straßenbahn wird von allen Baufeldern in maximal 400 Metern
erreichbar sein. An der Haltestelle befindet sich auch der zentrale
Quartiersplatz, der mit zwei Lebensmittel-Nahversorgern und belebten
Erdgeschosszonen für ergänzende Gastronomie- und
Versorgungsangebote den lebendigen Mittelpunkt des Stadtquartiers
darstellt.
Grundlage des nun beschlossenen Rahmenplans ist
das erstplatzierte städtebaulich-freiraumplanerischen Konzept aus
dem Wettbewerbsverfahren von 2025. Die Erarbeitung erfolgte in enger
Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden, Eigentümerinnen und
Eigentümer und der Öffentlichkeit. Bürgerinnen und Bürger waren
im Wettbewerbsverfahren über eine Online-Beteiligung, eine
öffentliche Veranstaltung und als Gäste im Preisgericht bei der
Planung einbezogen.
Im nächsten Schritt wird auf Basis
des Rahmenplans die Masterplanung erarbeitet. Diese bildet
anschließend eine wichtige Grundlage für die
Bebauungsplanverfahren, bei denen die Öffentlichkeit erneut
beteiligt wird. LPD