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Rahmenplan für Blankenburger Süden

Heinersdorf. Der Senat hat heute auf Vorlage des Senators für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler (SPD), den Rahmenplan Blankenburger Süden – Quartier Süd beschlossen. Damit wird die städtebauliche und freiraumplanerische Entwicklung des neuen Stadtquartiers im Pankower Ortsteil Heinersdorf weiter konkretisiert.

30.09.2026·Redaktion

Das Quartier Süd ist Teil des Projektverbundes Blankenburger Süden – eines der größten und bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Berlins. Der Projektverbund besteht aus drei Quartieren: Neben dem Quartier Süd gehören dazu auch das Quartier Nord auf den ehemaligen Rieselfeldern in Blankenburg mit rund 4.000 Wohnungen und das Quartier Alte Gärtnerei mit rund 600 Wohnungen im Ortskern Heinersdorf.

Im Quartier Süd soll auf einer Fläche von rund 57 Hektar ein attraktives, nachhaltiges und lebenswertes Stadtquartier entstehen. Das Plangebiet umfasst insbesondere das Gewerbegebiet Heinersdorf, das heute teilweise brachliegt und nur eingeschränkt zugänglich ist. Bis voraussichtlich 2037 sollen hier rund 3.500 Wohnungen, Gewerbeflächen, Einkaufsmöglichkeiten, eine vierzügige Grundschule, Kitas sowie ein vielfältiges Netz aus Grün- und Freiflächen entstehen.

Geplant ist ein Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Bildung und Freizeit eng miteinander verbindet. Großen Wert wird auf die Integration bestehender Natur- und Freiraumstrukturen im Nord-Süd-Verlauf des Quartiers gelegt. So sind der Schmöckpfuhlgraben und die angrenzenden Waldflächen wichtige Bestandteile des künftigen Freiraumkonzeptes und sollen erhalten werden. Auch beim Bauen selbst setzt das Quartier auf Nachhaltigkeit: Ein Großteil der Wohngebäude soll in Holz-Modulbauweise errichtet werden, um so CO₂-Emissionen einzusparen. Zudem orientiert sich die Freiraumplanung konsequent an den Anforderungen des Klimawandels: Ein blau-grünes System aus Retentions- und Versickerungsflächen wird Niederschlagswasser vor Ort zurückhalten. Gleichzeitig sorgen neue baumbestandene Bewegungs- und Freiflächen für Schatten und entsprechendes Mikroklima.

Mehr Rad- und Fußwege, weniger Autos

Darüber hinaus wird das Quartier autoarm konzipiert: Der Umweltverbund aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie Sharing-Angebote hat Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr. Die inneren Wohnbereiche können deswegen verkehrsberuhigt, weitgehend autofrei und mit hoher Aufenthaltsqualität gestaltet werden. Zentraler Baustein der Erschließung ist die Verlängerung der Straßenbahnlinie M2. Sie wird das Quartier künftig direkt an das Berliner Zentrum und die Ringbahn anbinden. Der Alexanderplatz wird in etwa 25 Minuten, der S-Bahnhof Prenzlauer Allee in rund zwölf Minuten erreichbar sein. Eine neue Haltestelle ist in der Quartiersmitte geplant. Die Straßenbahn wird von allen Baufeldern in maximal 400 Metern erreichbar sein. An der Haltestelle befindet sich auch der zentrale Quartiersplatz, der mit zwei Lebensmittel-Nahversorgern und belebten Erdgeschosszonen für ergänzende Gastronomie- und Versorgungsangebote den lebendigen Mittelpunkt des Stadtquartiers darstellt.

Grundlage des nun beschlossenen Rahmenplans ist das erstplatzierte städtebaulich-freiraumplanerischen Konzept aus dem Wettbewerbsverfahren von 2025. Die Erarbeitung erfolgte in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden, Eigentümerinnen und Eigentümer und der Öffentlichkeit. Bürgerinnen und Bürger waren im Wettbewerbsverfahren über eine Online-Beteiligung, eine öffentliche Veranstaltung und als Gäste im Preisgericht bei der Planung einbezogen.

Im nächsten Schritt wird auf Basis des Rahmenplans die Masterplanung erarbeitet. Diese bildet anschließend eine wichtige Grundlage für die Bebauungsplanverfahren, bei denen die Öffentlichkeit erneut beteiligt wird. LPD