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Umwelt

Berlins Amphibien geht es schlecht

PANKOW. Der am heutigen 8. Oktober 2026 veröffentlichte Amphibienbericht der in Pankow beheimateten Stiftung Naturschutz Berlin zeichnet ein alarmierendes Bild: Fast alle Berliner Amphibienpopulationen haben drastisch abgenommen. Betroffen sind sowohl seltene Arten wie die Wechselkröte als auch einst weit verbreitete Arten wie Teichfrosch, Erdkröte oder Teichmolch. Der Bericht ist aus Sicht des NABU Berlin ein deutlicher Weckruf an die Politik.

08.10.2026·Redaktion
Wo soll sie künftig in Pankow leben - die Kreuzkröte? Foto: NABU Berlin/Jens Scharon

„Wir wussten, dass es um die Berliner Amphibien schlecht steht. Dass aber selbst häufige Arten wie die Erdkröte berlinweit so stark unter Druck geraten sind, ist schockierend“, sagt Rainer Altenkamp, 1. Vorsitzender des NABU Berlin. „Gerade bricht ein ganzer Ast am Baum des Lebens weg, und wir schauen dabei zu. Der künftige Senat muss unverzüglich handeln und Artenhilfsprogramme für Amphibien auflegen. Andernfalls drohen irreparable Schäden für die biologische Vielfalt und das ökologische Gleichgewicht unserer Stadt.“ Als größte Bedrohungen nennt der Bericht das Austrocknen von Laichgewässern infolge des Klimawandels, die Verschlechterung der Wasserqualität, invasive Arten wie den Waschbären und den Verlust von Lebensräumen durch Versiegelung.

Laut Bericht befindet sich kein einziges Amphibienvorkommen in Berlin mehr in einem günstigen Gesamt-Erhaltungszustand. Mehr als drei Viertel werden sogar als „ungünstig-schlecht“ bewertet. Die Kreuzkrötenpopulation am Pankower Tor wird auf Grund ihrer Größe von ca. 500 Individuen noch am wenigsten ungünstig bewertet, aber sie ist die letzte in Berlin und durch Bauvorhaben unmittelbar gefährdet. „Bauprojekte wie am Pankower Tor … bedrohen die letzten Vorkommen von Amphibienarten,“, sagt Altenkamp. „Diese letzten Trümpfe dürfen wir nicht verspielen. Wir müssen jetzt handeln, solange noch etwas zu retten ist.“

Pankower Tor und die Kreuzkröten

Dabei habe sich der NABU Berlin nach eigenen Angaben nie völlig gegen eine Wohnbebauung auf dem Gelände des Pankower Tors ausgesprochen: „Wir haben vielmehr frühzeitig einen Kompromissvorschlag ins Spiel gebracht, der ein Schutzgebiet von zehn Hektar Größe und eine Bebauung des restlichen Geländes auch mit Wohnungen vorsieht. Das wäre ein pragmatischer Vorschlag gewesen.“

Den hatte der Bezirk aber unter Hinweis darauf abgelehnt, dass dann das Gesamtkonzept des Pankower Tores als städtebaulicher und wirtschaftlicher Einheit nicht umsetzbar sei. Mit der am 25. März 2025 erfolgten Unterzeichnung der städtebaulichen Verträge sei nun ein entscheidender Schritt für die Entwicklung des neuen Stadtquartiers „Pankower Tor“ getan, hieß es dazu im März 2025 aus der Senatsverwaltung. Und optimistisch weiter: „Für die Kreuzkröte wurde eine tragfähige Lösung erarbeitet – sie soll nordöstlich des geplanten neuen Stadtquartiers eine neue Heimat finden.“ UL mit PMs