Zahngesundheit von Pankows Kindern verbessert
PANKOW. Die Zahngesundheit der Kinder in Pankow hat sich in den vergangenen zehn Jahren insgesamt positiv entwickelt. Das zeigt der aktuelle Zahngesundheitsbericht des Bezirks, der die Untersuchungsergebnisse des Zahnärztlichen Dienstes aus dem Zeitraum 2015/2016 bis 2024/2025 auswertet. Gleichzeitig wird deutlich: Die verbleibende Kariesbelastung konzentriert sich zunehmend auf eine kleinere Gruppe besonders gefährdeter Kinder. Prävention und gezielte Unterstützung bleiben deshalb wichtige Aufgaben.
„Die
Ergebnisse des Zahngesundheitsberichts
sind erfreulich und zeigen, dass kontinuierliche Prävention wirkt.
Gleichzeitig dürfen wir diejenigen Kinder nicht aus dem Blick
verlieren, die ein besonders hohes Kariesrisiko haben.
Gesundheitliche Chancengleichheit beginnt früh – deshalb müssen
wir Präventionsangebote niedrigschwellig, wohnortnah und für alle
Kinder zugänglich gestalten“, erklärte
(Noch-)Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch (Grüne) dazu.
Gute
Mundgesundheit bereits bei den Jüngsten
Besonders
positiv ist die Entwicklung bei den Dreijährigen. Über den gesamten
Untersuchungszeitraum zeigt sich ein konstant gutes
Mundgesundheitsniveau. Im Schuljahr 2024/2025 lag die
durchschnittliche Karieserfahrung bei 0,42 Milchzähnen pro Kind.
Rund 88 Prozent der Dreijährigen hatten ein vollständig
kariesfreies Gebiss. Damit liegt Pankow bereits sehr nah am
bundesweiten Mundgesundheitsziel für das Jahr 2030.
Auch
bei den Sechsjährigen ist eine Verbesserung zu verzeichnen: Während
2015/2016 durchschnittlich noch 1,36 kariöse, fehlende oder gefüllte
Milchzähne festgestellt wurden, lag der Wert 2024/2025 bei 1,14.
Damit wird das angestrebte Mundgesundheitsziel für diese
Altersgruppe erreicht. Bei den Zwölfjährigen liegt die
Karieserfahrung der bleibenden Zähne seit 2022/2023 konstant unter
0,5 und erfüllt damit ebenfalls das entsprechende
Mundgesundheitsziel.
Karies
konzentriert sich auf besonders gefährdete Kinder
Trotz
der insgesamt positiven Entwicklung profitieren nicht alle Kinder
gleichermaßen. Die verbleibende Kariesbelastung konzentriert sich
zunehmend auf eine vergleichsweise kleine Gruppe besonders stark
betroffener Kinder. Diese sogenannte Kariespolarisierung zeigt, wie
wichtig es ist, Kinder mit erhöhtem Risiko gezielt zu erreichen und
frühzeitig zu unterstützen.
Auch innerhalb Pankows gibt
es Unterschiede. Besonders hohe Anteile naturgesunder Gebisse zeigen
sich in den Bezirksregionen Helmholtzplatz und Prenzlauer Berg Nord.
Geringere Anteile weisen unter anderem Weißensee Ost und Buch auf.
Die Unterschiede verdeutlichen den Zusammenhang zwischen sozialer
Lage und Gesundheit und unterstreichen die Bedeutung
niedrigschwelliger Präventionsangebote im unmittelbaren Lebensumfeld
der Kinder.
Im berlinweiten Vergleich gehört Pankow
insgesamt zu den Bezirken mit einem überdurchschnittlich hohen
Anteil an Kindern mit naturgesunden beziehungsweise kariesfreien
Gebissen. Auch für die untersuchten Altersgruppen zeigen die Daten
keine erkennbaren negativen Auswirkungen der Einschränkungen während
der COVID-19-Pandemie.
Prävention
beginnt im Kita-Alltag
Ein
wichtiger Baustein der Präventionsarbeit ist das seit 2016 in Pankow
umgesetzte Programm „Kita mit Biss“. Es setzt auf zahngesunde
Ernährung, regelmäßige Mundhygiene und einen insgesamt
zahngesunden Kita-Alltag. Im Schuljahr 2025/2026 sind bereits 88
Pankower Kitas als „Kita mit Biss“ zertifiziert oder
rezertifiziert.
Der Zahngesundheitsbericht zeigt damit:
Pankow ist bei der Mundgesundheit von Kindern auf einem guten Weg.
Entscheidend für die kommenden Jahre wird sein, erfolgreiche
Präventionsangebote weiterzuführen, gezielt besonders gefährdete
Kinder zu erreichen und damit einen Beitrag zu mehr gesundheitlicher
Chancengleichheit zu leisten. Die enge Zusammenarbeit von
Zahnärztlichem Dienst, Kitas, Schulen, Eltern und pädagogischen
Fachkräften bleibt dafür eine zentrale Voraussetzung. LPD