Wie weit ist der Fachplan Grün – kurz: "BEP Grün"? Aber was ist das überhaupt?
PANKOW. Der Bezirk Pankow wächst weiter. Neue Wohngebiete entstehen und die Bevölkerung nimmt zu. Damit steigen auch die Anforderungen an öffentliche Grün- und Freiflächen. Gleichzeitig müssen wichtige Zukunftsthemen berücksichtigt werden – darunter der Schutz von Natur und Artenvielfalt, die Anpassung an den Klimawandel sowie die Folgen des demografischen Wandels.
Weitere
Herausforderungen ergeben sich durch notwendige Ausgleichsmaßnahmen
für Bauvorhaben, insbesondere im Außenbereich, im Zusammenhang mit
dem Berliner Ökokonto und seinen Leitprojekten. Hinzu kommen
zunehmende Belastungen durch Hitze und Starkregen, die bei der
Planung künftig stärker berücksichtigt werden müssen.
Vor
diesem Hintergrund wird die Bereichsentwicklungsplanung Grün (BEP
Grün) als gesamtbezirkliche Fachplanung erarbeitet.
Was
ist das Ziel?
Ziel
der BEP Grün ist es, die bestehende Grün- und Freiraumsituation im
gesamten Bezirk zu bewerten und eine langfristige Strategie für die
Sicherung, Verbesserung und Entwicklung von Grün- und Freiflächen
zu erarbeiten. Konkret werden dabei unter anderem bestehende
Grünanlagen mit unzureichender Qualität in unterversorgten
Planungsräumen bestimmt, die qualifiziert werden sollen, um wieder
eine Versorgungsfunktion übernehmen zu können. Weiterhin sollen
Potenzialflächen ermittelt werden, die zu öffentlichem Grün
entwickelt werden können.
Die Planung erfolgt in enger
Zusammenarbeit mit dem Umwelt-
und Naturschutzamt.
Eine wichtige Aufgabe besteht darin, bereits vorhandene Fachplanungen
aus den Bereichen Stadtentwicklung sowie Umwelt- und Naturschutz
zusammenzuführen und zu einem gemeinsamen Gesamtkonzept
weiterzuentwickeln.
Welches
Büro wurde beauftragt?
„Mit
der Erarbeitung der Bereichsentwicklungsplanung wurde das erfahrene
Büro bgmr
Landschaftsarchitekten GmbH
beauftragt. Seit August 2025 arbeitet das Büro gemeinsam mit dem
Bezirksamt an der Erstellung der BEP Grün“, heißt es dazu in
einer Mitteilung des Bezirksamts Pankow.
Wo
stehen die Planungen?
Die
Planung befindet sich derzeit am Ende der Analysephase. Die
bisherigen Ergebnisse wurden am 18. Juni 2026 in einer gemeinsamen
Sitzung der Ausschüsse für Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze,
Umwelt und Natur sowie Stadtentwicklung, Bebauungspläne und
Genehmigungen vorgestellt.
Die bisherige Analyse gliedert
sich in vier Leitthemen:
Naturlandschaft: Lebensqualität durch biodiverse Stadtnatur
Untersucht wurden die Wechselwirkungen zwischen Bauprojekten mit Naturschutzflächen und Biotopverbundflächen. Betrachtet wurden außerdem ökologische Funktionen, Wertigkeiten sowie der Nutzungs- und Erholungsdruck. Grünzüge entlang von Gewässern aus dem Biotopverbundkonzept Pankow (Umwelt- und Naturschutzamt, 2016) wurden als wichtige Vernetzungselemente der grünen Infrastruktur identifiziert und bilden eine Grundlage für die weitere Planung.
Freiräume: Lebensqualität durch Erholung, Bewegung und Spiel
Analysiert wurden der Freiraumbestand und die zukünftigen Freiraumversorgungsbedarfe (Öffentliches Grün, Spiel, Sport). Identifiziert wurden Aufwertungspotenziale und Potenziale für neue Grünflächen. Insgesamt zeigt sich, dass die bestehenden Freiräume im Bezirk ungleich verteilt sind. Besonders in den dicht bebauten Innenstadtbereichen bestehen Versorgungsdefizite. Im weiteren Planungsprozess werden unter anderem Potenzialflächen identifiziert, die durch Aufwertung bestehender Anlagen oder Entwicklung neuer Grünflächen zu einer besseren Versorgung beitragen können.
Grünes Netz: Lebensqualität durch grüne Wege und gute Erreichbarkeiten
Die Grünzüge der Biotopverbundplanung verbinden innerstädtische (naturnahe) Grünflächen mit den großen Landschaftsräumen. Sie verlaufen überwiegend entlang von Gewässern und Gehölzstrukturen. Diese Verbindungen weiterzuentwickeln und attraktive, gut erreichbare Wege zwischen Grünanlagen, Landschaften und Quartieren zu schaffen, sind wichtige Aspekte.
Klimaresilienz: Lebensqualität durch Kühlung und Verschattung
Besonders in dicht bebauten Stadtgebieten sind die Belastungen durch Hitze häufig besonders hoch und gehen oft mit sozialen Benachteiligungen einher. Deshalb fließen Erkenntnisse aus dem Umweltatlas Berlin sowie dem bezirklichen Klimaanpassungskonzept (derzeit in Erarbeitung durch das Umwelt- und Naturschutzamt) in die Planung ein.
Wie
geht es weiter?
Auf
Grundlage der Leitthemen werden derzeit räumliche Potenziale zur
Verbesserung der Freiraumversorgung und Vernetzung erarbeitet. Dazu
gehören unter anderem Strategien zur Aufwertung bestehender
Grünanlagen, mögliche Standorte für neue Grünflächen sowie die
Darstellung von Flächen, auf denen unterschiedliche
Planungsinteressen bestehen. Diese werden im weiteren Verfahren
fachübergreifend abgestimmt.
Anschließend werden für
die Leitthemen konkrete Ziele formuliert und zu einem Gesamtkonzept
zusammengeführt. Für ausgewählte Schwerpunktbereiche werden
außerdem Maßnahmen entwickelt, die als Grundlage für die spätere
Umsetzung dienen.
Im weiteren Verfahren werden sowohl die
Träger öffentlicher Belange als auch die Öffentlichkeit
entsprechend den Ausführungsvorschriften zur
Bereichsentwicklungsplanung (AV BEP) beteiligt. Über den Zeitpunkt
und die Möglichkeiten der Beteiligung wird rechtzeitig auf der
Internetseite informiert. Der Abschluss der
Bereichsentwicklungsplanung ist für Mitte bis Ende 2027 vorgesehen.
Anschließend soll sie der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zur
Beschlussfassung vorgelegt werden. LPD