Die unabhängige Online-Plattform für Pankow

Umwelt

Wie weit ist der Fachplan Grün – kurz: "BEP Grün"? Aber was ist das überhaupt?

PANKOW. Der Bezirk Pankow wächst weiter. Neue Wohngebiete entstehen und die Bevölkerung nimmt zu. Damit steigen auch die Anforderungen an öffentliche Grün- und Freiflächen. Gleichzeitig müssen wichtige Zukunftsthemen berücksichtigt werden – darunter der Schutz von Natur und Artenvielfalt, die Anpassung an den Klimawandel sowie die Folgen des demografischen Wandels.

17.10.2026·Redaktion

Weitere Herausforderungen ergeben sich durch notwendige Ausgleichsmaßnahmen für Bauvorhaben, insbesondere im Außenbereich, im Zusammenhang mit dem Berliner Ökokonto und seinen Leitprojekten. Hinzu kommen zunehmende Belastungen durch Hitze und Starkregen, die bei der Planung künftig stärker berücksichtigt werden müssen.
Vor diesem Hintergrund wird die Bereichsentwicklungsplanung Grün (BEP Grün) als gesamtbezirkliche Fachplanung erarbeitet.

Was ist das Ziel?

Ziel der BEP Grün ist es, die bestehende Grün- und Freiraumsituation im gesamten Bezirk zu bewerten und eine langfristige Strategie für die Sicherung, Verbesserung und Entwicklung von Grün- und Freiflächen zu erarbeiten. Konkret werden dabei unter anderem bestehende Grünanlagen mit unzureichender Qualität in unterversorgten Planungsräumen bestimmt, die qualifiziert werden sollen, um wieder eine Versorgungsfunktion übernehmen zu können. Weiterhin sollen Potenzialflächen ermittelt werden, die zu öffentlichem Grün entwickelt werden können.

Die Planung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Umwelt- und Naturschutzamt. Eine wichtige Aufgabe besteht darin, bereits vorhandene Fachplanungen aus den Bereichen Stadtentwicklung sowie Umwelt- und Naturschutz zusammenzuführen und zu einem gemeinsamen Gesamtkonzept weiterzuentwickeln.

Welches Büro wurde beauftragt?

„Mit der Erarbeitung der Bereichsentwicklungsplanung wurde das erfahrene Büro bgmr Landschaftsarchitekten GmbH beauftragt. Seit August 2025 arbeitet das Büro gemeinsam mit dem Bezirksamt an der Erstellung der BEP Grün“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Bezirksamts Pankow.

Wo stehen die Planungen?

Die Planung befindet sich derzeit am Ende der Analysephase. Die bisherigen Ergebnisse wurden am 18. Juni 2026 in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze, Umwelt und Natur sowie Stadtentwicklung, Bebauungspläne und Genehmigungen vorgestellt.

Die bisherige Analyse gliedert sich in vier Leitthemen:

  • Naturlandschaft: Lebensqualität durch biodiverse Stadtnatur
    Untersucht wurden die Wechselwirkungen zwischen Bauprojekten mit Naturschutzflächen und Biotopverbundflächen. Betrachtet wurden außerdem ökologische Funktionen, Wertigkeiten sowie der Nutzungs- und Erholungsdruck. Grünzüge entlang von Gewässern aus dem Biotopverbundkonzept Pankow (Umwelt- und Naturschutzamt, 2016) wurden als wichtige Vernetzungselemente der grünen Infrastruktur identifiziert und bilden eine Grundlage für die weitere Planung.

  • Freiräume: Lebensqualität durch Erholung, Bewegung und Spiel
    Analysiert wurden der Freiraumbestand und die zukünftigen Freiraumversorgungsbedarfe (Öffentliches Grün, Spiel, Sport). Identifiziert wurden Aufwertungspotenziale und Potenziale für neue Grünflächen. Insgesamt zeigt sich, dass die bestehenden Freiräume im Bezirk ungleich verteilt sind. Besonders in den dicht bebauten Innenstadtbereichen bestehen Versorgungsdefizite. Im weiteren Planungsprozess werden unter anderem Potenzialflächen identifiziert, die durch Aufwertung bestehender Anlagen oder Entwicklung neuer Grünflächen zu einer besseren Versorgung beitragen können.

  • Grünes Netz: Lebensqualität durch grüne Wege und gute Erreichbarkeiten
    Die Grünzüge der Biotopverbundplanung verbinden innerstädtische (naturnahe) Grünflächen mit den großen Landschaftsräumen. Sie verlaufen überwiegend entlang von Gewässern und Gehölzstrukturen. Diese Verbindungen weiterzuentwickeln und attraktive, gut erreichbare Wege zwischen Grünanlagen, Landschaften und Quartieren zu schaffen, sind wichtige Aspekte.

  • Klimaresilienz: Lebensqualität durch Kühlung und Verschattung
    Besonders in dicht bebauten Stadtgebieten sind die Belastungen durch Hitze häufig besonders hoch und gehen oft mit sozialen Benachteiligungen einher. Deshalb fließen Erkenntnisse aus dem Umweltatlas Berlin sowie dem bezirklichen Klimaanpassungskonzept (derzeit in Erarbeitung durch das Umwelt- und Naturschutzamt) in die Planung ein.

Wie geht es weiter?

Auf Grundlage der Leitthemen werden derzeit räumliche Potenziale zur Verbesserung der Freiraumversorgung und Vernetzung erarbeitet. Dazu gehören unter anderem Strategien zur Aufwertung bestehender Grünanlagen, mögliche Standorte für neue Grünflächen sowie die Darstellung von Flächen, auf denen unterschiedliche Planungsinteressen bestehen. Diese werden im weiteren Verfahren fachübergreifend abgestimmt.

Anschließend werden für die Leitthemen konkrete Ziele formuliert und zu einem Gesamtkonzept zusammengeführt. Für ausgewählte Schwerpunktbereiche werden außerdem Maßnahmen entwickelt, die als Grundlage für die spätere Umsetzung dienen.

Im weiteren Verfahren werden sowohl die Träger öffentlicher Belange als auch die Öffentlichkeit entsprechend den Ausführungsvorschriften zur Bereichsentwicklungsplanung (AV BEP) beteiligt. Über den Zeitpunkt und die Möglichkeiten der Beteiligung wird rechtzeitig auf der Internetseite informiert. Der Abschluss der Bereichsentwicklungsplanung ist für Mitte bis Ende 2027 vorgesehen. Anschließend soll sie der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) zur Beschlussfassung vorgelegt werden. LPD