Die unabhängige Online-Plattform für Pankow

Geschichte

Rapoport-Gedenktafel wird enthüllt

NIEDERSCHÖNHAUSEN. Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, wird um 17:00 Uhr im Rapoport-Park in Niederschönhausen eine Gedenktafel zu Ehren der Mediziner Ingeborg und Samuel Mitja Rapoport eingeweiht. Es sprechen Bernt Roder, ehemaliger Leiter des Museum Pankow, und Dr. Heinrich Niemann, ehemaliger Student und Vorsitzender der Rapoport-Gesellschaft e. V.

20.10.2026·Redaktion

Ingeborg Rapoport (1912–2017), geborene Syllm, wuchs in Hamburg auf und studierte Medizin. Wegen der nationalsozialistischen Rassengesetze wurde ihr 1938 die Verteidigung ihrer Doktorarbeit verweigert. Sie emigrierte in die USA, studierte dort erneut Medizin und spezialisierte sich auf Kinderheilkunde. In Cincinnati lernte sie Samuel Mitja Rapoport (1912–2004) kennen, der 1938 in die USA emigriert war. Für seine Forschungsleistungen zur Verbesserung der Blutkonservierung erhielt er 1948 das „Certificate of Merit“, eine der höchsten militärischen Auszeichnungen der USA.

Während der McCarthy-Ära gerieten die beiden in politische Bedrohung und mussten ihre Verhaftung befürchten. Samuel Mitja Rapoport kehrte von einem Kongress in der Schweiz nicht in die USA zurück; Ingeborg Rapoport folgte ihm mit den vier Kindern nach Europa.

1952 nahm die Familie ein Angebot aus der DDR an und bezog eine Wohnung in der Kuckhoffstraße 45 – in unmittelbarer Nähe der heutigen Grünanlage „Intelligenzberg“, die 2025 in Rapoport-Park umbenannt wurde. Samuel Mitja Rapoport leitete das Institut für Physiologische Chemie an der Charité und wurde zu einem der bedeutendsten Biochemiker seiner Zeit. Ingeborg Rapoport habilitierte an der Charité und erhielt 1969 den ersten europäischen Lehrstuhl für Neonatologie.

Die Tafel entstand im Auftrag der bezirklichen Gedenktafelkommission. Interessierte sind zur Einweihung der Tafel im Rapoport-Park, Kuckhoffstraße/Ecke Waldstraße (13156 Berlin) eingeladen. Weitere Infos auf der Website des Museums Pankow. LPD



Reaktionen