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Schild-Bürgerpark Pankow?

Pankow Bürgerpark Gärtner, die sich um das öffentliche Grün kümmern (müssen), haben es in der Tat nicht eben leicht. Nahezu zahllos sind die Beschwerden darüber, dass die mit der Pflege des öffentlichen Grüns betrauten kommunalen oder privaten Gartenbaubetriebe vielfach ohne Rüc…

11.10.2021·Redaktion
Pankow Bürgerpark (11.10.2021) Gärtner, die sich um das öffentliche Grün kümmern (müssen), haben es in der Tat nicht eben leicht. Nahezu zahllos sind die Beschwerden darüber, dass die mit der Pflege des öffentlichen Grüns betrauten kommunalen oder privaten Gartenbaubetriebe vielfach ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse von Pflanzen oder erholungssuchenden Menschen ihrer pflegerischen Arbeit nachgehen. Dies mag zweifellos übertrieben sein, denn was weiß der Nicht- oder der Hobby-Gärtner schon von den Bedürfnissen und Aufgaben der Gartenbau-Unternehmen?
Vor dem Betreten einer Rasenfläche ohne Rasen wird nachdrücklich (!) gewarnt (Foto Michael Hinze)
So ist es unhöflich, im vorliegenden Fall dem Pankower Grünflächenamt vorzuwerfen, es hätte zur Unzeit den Auftrag erteilt – weil vor dem überaus sonnigen Einheitsfeiertag-Wochenende und dem mit ebenso schönem Wetter – nachfolgenden – die komplette Grünfläche im Zentrum des Bürgerpark Pankow ebenso komplett weg zu fräsen und den Kahlschlag mit großen Zäunen zu umgeben. Darüber können sich nur Menschen grämen, die an solchen Spätsommer-Tagen gehofft hatten, dort mit Kind und Kegel auf der faulen Haut zu liegen und es sich gut gehen zu lassen. Vielleicht wollten diese auch die ehrenamtlich betreute Parkbücherei besuchen, die der Verein für Pankow e. V. aus Gründen des zu erwartenden schönen Wetters bis zur Monatsmitte offen halten wollte? Doch nichts von diesen Wünschen konnte verwirklicht werden, denn das bislang überaus pflegeleichte, weil nur wenig Wasser benötigende, trittfeste und weitgehend ohne Mähen vor sich hin wachsende Grün wird nun endlich durch eine aufwendig und kostenintensiv zu pflegende Rasenfläche ersetzt. Ob das wohl eine Entscheidung zur Begrüßung der vermutlich demnächst ins Pankower Rathaus einziehenden „grünen“ Bürgermeisterin gewesen ist ?
Oben ohne – die komplette Grünfläche ist nackt. Foto: Michael Hinze
Dagegen spricht, dass in etwa zur gleichen Zeit die blühenden Rabatten im Eingangsbereich zum Bürgerpark Pankow – wie übrigens in nahezu jedem Jahr – komplett abgeräumt wurden, um auch dem letzten Gartenbau-Laien deutlich zu machen, dass der Herbst – zumindest für das öffentliche Grün pflegende Unternehmen – eine vornehmlich farb- und blütenlose Jahreszeit ist. Denn der Garten-Profi weiß, wenn er nicht rechtzeitig mit den Vorbereitungen auf den Winter beginnt, kann es zu spät sein. Und dann, so hat es schon ein gewisser Herr Gorbatschow im Oktober 1989 der Welt und damit auch den Pankowern verkündet, wird einen „das Leben“ bestrafen … Vor diesem Hintergrund ist es schändlich, wenn mancher Pankower, männlich oder weiblich oder divers, beim Betrachten des Kahlschlags seither vom Schild-Bürgerpark Pankow spricht. Denn eigentlich gibt es ja auch zahlreiche Gewinner des seltsamen Projekts: die beauftragte Gartenbau-Firma kann sich ebenso wie die sich am üppig ausgebrachten Grassamen labende Vogelwelt ein gutes Winterpolster zulegen. MH