Walter Altmann – ein Überlebenskünstler aus dem Waisenhaus
P A NKOW Lesung Am Dienstag, dem 29.04.2025, liest Oskar Ansull – nach eigenen Angaben „Autor, Lyriker, Herausgeber und ‘Erfinder von Lesungen’“ – um 19:30 Uhr in der Janusz-Korczak-Bibliothek im früheren Jüdischen Waisenhaus Pankow aus Walter Altmanns Autobiographie „Ohne das L…

PANKOW Lesung (28.03.2025) Am Dienstag, dem 29.04.2025, liest Oskar Ansull – nach eigenen Angaben „Autor, Lyriker, Herausgeber und ‘Erfinder von Lesungen’“ – um 19:30 Uhr in der Janusz-Korczak-Bibliothek im früheren Jüdischen Waisenhaus Pankow aus Walter Altmanns Autobiographie „Ohne das Lachen zu verlernen. Ein Berliner Überlebenstagebuch“.
Als drittes von fünf Kindern in Kreuzberg geboren, wächst Altmann (1893-1979) vaterlos auf. Die überforderte Mutter gibt den etwa 10jährigen Walter ins II. Jüdische Waisenhaus nach Pankow. Dort beendet er die Schule und erlernt (immer noch im Waisenhaus) das Schneiderhandwerk. Die Schneiderei und das Erfinden technischer Dinge verschaffen ihm früh ein gutes Einkommen. Er wird Soldat im I. Weltkrieg, betreibt danach erfolgreich eine Maßschneiderei, unterstützt finanziell nicht unerheblich das jüdische Waisenhaus, erfindet nebenher z. B. einschiebbare Tragflächen für Motorflugzeuge u. v. a. m. Nach der Pogromnacht von 1938 wird er im KZ Sachsenhausen inhaftiert, kommt aber noch im November wieder frei und flieht sofort nach Paris. Dort meldet sich Altmann zur Fremdenlegion. Doch im Juli 1944 spüren ihn die französische Miliz und die Gestapo in Toulouse auf – er wird ins KZ Buchenwald verschleppt. Der Häftling (Nr. 69.631) flieht in den letzten Kriegstagen aus einem Transport, der nach Bergen-Belsen geht, und überlebt. 1952 kommt er endgültig nach Berlin zurück, wird 1954 Mitglied der Jüdischen Gemeinde in (West-)Berlin und arbeitet wieder als Konstrukteur und Erfinder, schreibt seine Erinnerungen auf und stirbt 1979. Walter Altmann liegt auf dem jüdischen Friedhof Heerstraße begraben.
Die Janusz-Korczak-Bibliothek befindet sich in der Berliner Straße 120-121 und ist bequem vom S + U-Bahnhof Pankow mit der S2 bzw. U2, mit den Tramlinien M1 und 50 sowie den Bussen der Linien 155, M27, 250 und 255 erreichbar. Der Eintritt ist frei. HLv